Salomon 4Trails 2015

1. Etappe von Berchtesgarden nach Bad Reichenhall

Das bedeutet also ein richtiger Wettkampf? Wenn man freiwillig um 2 Uhr aufsteht, um dann um 3 Uhr losfahren zu können, nur damit gelaufen werden kann? Wieso macht man sowas?
Einmal um Spaß zu haben und alte und neue Bekannte zu treffen. Unser erstes bekanntes Gesicht Oliver Mienert (vom Runners Point Ulm) wurde um 3.30 Uhr in Ulm von Joshua und Begleiterin Birgit abgeholt. Gemeinsam ging es dann nach Berchtesgaden, wo der Start der ersten Etappe des 4Trails stattfand. Dank des Startplatzes von „Orthomol Sport“ musste sich Joshua nur nochmals komplett neu anmelden, schließlich war er eigentlich nur für die eintägige Schnupperetappe gemeldet gewesen. Dank einer (wie immer) Top-Organisation von PlanB geschah dies auch ohne Probleme.
Die erste schlechte Nachricht kam leider schon vor dem Start auf: Leider musste bei der Premiere der neuen Strecke aufgrund hohen Gewitterrisikos die Alternativroute gelaufen werden. Diese war knapp 10 Kilometer kürzer als die Originale.
Doch dies dämpfte die Stimmung bei Oli und Joshua nur gering, denn sie trafen noch mehr bekannte Gesichter. Einer davon Günni, der letztjährige Transalpine-Partner von Oli und Sebastien von Team Gore, welchen wir letztes Jahr beim TAR kennenlernen durften und erst beim Zugspitz-Ultratrail wieder trafen. Mit diesen ging es nach der Gepäckkontrolle dann auch zur Startaufstellung.

Beim Start hatten wir Glück, denn es regnete (noch) nicht. Pünktlich um 8 Uhr ging es dann auch los auf die Strecke, raus aus dem Ort Berchtesgaden. Da Günni etwas schneller war, lief dieser voraus und es bildete sich ein Dreierteam mit Oli, Sebastien und Joshua, mit denen Joshua dann auch bis ins Ziel kommen wollte.
Zuerst verlief die Strecke noch relativ flach, nur ein wenig hügelig. Nach den ersten Kilometern ging es dann auch endlich zum ersten und, aufgrund der Verkürzung, auch der einzige, richtige Anstieg. Nach ca. 1/3 des Anstieges hatten wir auch schon die erste Versorgungsstelle erreicht. Eine kurze Pause dort, eine kleine Stärkung und wir machten uns wieder weiter auf den restlichen Teil des Aufstieges zu bewältigen. Der Weg wurde nun immer mehr zum Single-Trail. Leider begann es gut 30 Minuten nachdem wir von der Versorgungsstation abliefen, zu regnen…. Deshalb wurde kurz die Regenjacke angezogen, der guten Stimmung tat es jedoch keinen Abbruch.
Oben angekommen hörte es auch schon wieder auf mit Regnen. Leider war der Downhill aufgrund des Regens und der vielen Läufer vor uns relativ anspruchsvoll zu laufen, auch mussten wir an einer Passage vorbei, welche durch Seile gesichert war. Ein großes Lob an die Crew, die dort vor Ort war.
Im Tal angekommen, erreichten wir auch schon die 2. Versorgungsstation.

Leider war der vorhin noch relativ komfortable Vorsprung auf den Cutoff sehr geschrumpft, da der Downhill durch die schweren Bedingungen nicht all zu schnell zu laufen war.
Nun machte sich auch die alternative Streckenführung bemerkbar und zwar wurde der 2. Berg ausgelassen.
Die Strecke zwischen V2 und V3 verlief somit nur leicht hügelig ohne besonders erwähnenswerte Anstiege bzw. Passagen.
Ab der 3. Versorgungstation liefen wir wieder auf der originalen Strecke. Es waren nochmals gut 150 Höhenmeter zu bewältigen, bis es wiederum in den letzten Downhill des Tages nach Bad Reichenhall ging. Nach ein paar Meter durch den Ort hörten wir schon den Zielbereich. Spätesten nach Überquerung der 200 Meter to Finish Zeit Matte wussten wir: Wir haben den ersten Tag geschafft!
Im Ziel wartet auch schon Betreuerin Birgit auf uns.

Wir genossen nochmals ausgiebig die tolle Verpflegung, ehe wir uns auf den Weg zum Duschen machten. Frisch geduscht ging es dann auch schon zum Pizza essen und anschließend zum Outdoor-Physio-Team, um die verdiente Massage zu erhalten.
Bei dem abendlichen Briefing erhielten die Altersklassen Sieger ihre Leader-Shirts. Ebenso wurde die Strecke für morgen vorgestellt und auch hier wird wieder nicht mit der originalen Route geplant. Es werden ca. 4 Km weniger, da ein kleiner Abschnitt gestrichen werden muss. Der Grund hierfür ist der katastrophale Zustand aufgrund des schlechten Wetters.

2. Etappe von Bad Reichenhall nach Ruhpolding

Auch am zweiten Tag war der Start wieder auf 8 Uhr gelegt. Heute war die große Herausforderung für Joshua, alleine zu laufen. Da Oli am Vortag nur die Schnupperetappe lief und Sebastien doch etwas fiter ist als er, versuchte Joshua, sich anderen anzuschließen.  Dies war der Plan, aber nun von vorne.

Um 8 Uhr war da Start zur heutigen Etappe, es galt ca. 33 Km und 1700 Hm zu bewältigen da wieder eine kleine Änderung der Strecke vorgenommen wurde.
Die ersten paar Km verliefen sehr flach durch ein paar Vororte von Bad Reichenhall in Richtung des Hochstaufen.
Da ich immer noch Magenprobleme hatte war heute nur ankommen die Devise und dem entsprechend lief ich relativ locker und versuchte einfach mit einigermaßen Spaß das ganze über die Runden zu bringen.  Mitten im ersten Anstieg, welcher bis hier her noch ein gut zu laufender Forstweg war, kam auch schon die 1. Versorgungsstation. Hier bildete sich dann auch ein Deutsch (Ich und der Dortmunder Dirk) Holländisches (Jorrit und Dirk) Team welches bis zum Schluss heute bestand haben sollte :).

Bis es dann nach gut 20 Km in den 2. und letzten Aufstieg des Tages ging. Leider war dieser so matschig, dass unsere Schuhe es heute wieder nicht trocken ins Ziel schafften.
Und da war sie auch schon da, die 3. und letzte Versorgung des heutigen Tages.
Heute morgen war ich noch unsicher ob ich starten kann und jetzt bin ich schon an der letzten V
noch ein paar Meter nach oben, ein wenig wellig, ein Downhill und ich bin schon in Ruhpolding dachte ich mir.
Zwar merkte ich schon das die morgendlichen Magenprobleme viel Kraft gekostet haben aber der Gedanke daran bald in Ruhpolding einzulaufen und die tolle Unterstützung meiner 3 weiteren Mitläufern ließ mich nicht  aufgeben. So kämpfte ich mich den letzten Berg nach oben.
Da wir ein gutes Polster auf den Cut Off haben wusste ich nun – heute schaffe ich es 🙂
Und so kamen wir 4, zwar als letzte aber mit viel Spaß, im Ziel an und hätten sogar noch gut 1 Stunde Zeit gehabet 🙂

Danke Jungs ihr habt mir heute echt geholfen und mich weiter im Rennen gehalten!!!!

Nun wurde der Uphill allerdings immer mehr zu einem Singletrail, teilweise sogar richtig schmal. Überholen wäre hier nicht wirklich einfach gewesen. War uns aber egal da wir 1. eh hinten waren und 2. gar keine solche Ambitionen hatten. Unser Ziel war mit Spaß vor dem Cut Off ankommen.
Auf 1400 Metern angekommen war eigentlich ein mini Downhill und dann der Aufstieg zum Zenokopf geplant. Doch durch den Regen der letzten Tage war dieser Weg leider total aufgeweicht, nass, matschig und die Fixseilpassage hätte auch ein zu hohes Risiko für die Läufer dargestellt. Also hieß es wieder Alternative, wobei diese es auch in sich hatte. Der Weg führte Unterhalb des Gipfels auf einem, von tollen Aussichten auf Bad Reichenhall und Umgebung geprägten, Singeltrail  um den Gipfel herum. Zu einfach sollte dieser aber auch nicht werden…. Gespickt von riesigen Wurzeln, Matsch und viel nassen Geröll war auch hier höchste Vorsicht geboten (Wie die ersten hier durch „fliegen“ war mir ein Rätsel….)
Nun war der Downhill über die Kohleralm in Richtung 2. Versorgung an der Reihe und dieser sollte dem Aufstieg weder von in der tollen Aussicht noch von der Schwierigkeit in irgendeinem Punkt nachstehen.
So erreichten wir auch schon die 2. Versorgungstation. Nach kurzem Auffüllen der Vorräte und einem Check der Medical Crew ( Danke euch für alles ) ging es für uns 4 dann weiter auf dem Weg ins Ziel.
Der nächste Abschnitt verlief relativ unspektakulär teils geteert teils mit bereiten Forstwegen.

Am Abend dann noch gab es dann noch eine riesige Überraschung für Joshua. Läufer Benjamin und Läuferin/Autorin Sonja vom WeRun4Fun Team machten sich auf den 2,5h Weg um Joshua zu besuchen und ihn ein wenig aufzumuntern. Was dank der Hilfe von Sebastien bei einer leckeren Pizza auch gut klappte 😉

Morgen geht es dann auch schon zu vorletzten Etappe. Um 8 werden die Läufer mit Bussen zum Start  nach Weißbach gebracht um sich dann auf den knapp 38 Km langen Weg ins Ziel nach Österreich zu machen.

 

3. Etappe von Weißbach nach Lofer (A)

Der Tag startet eigentlich gleich wie die ersten 2.
Aufstehen, anziehen, Tasche packen und Frühstücken. Doch dann ging es nicht wie sonst an den Start, sondern zur Bushaltestelle. Dort traf ich erstmal Sebastien und die 3 restlichen der 4 Deutsch-Holland Gruppe. Um 8 Uhr ging es dann mit dem Bus auf eine ca. 20 min fahrt nach Weißbach, unserem heutigem Startpunkt. In Weißbach erkundigte sich erstmal die Medical Crew nach meinem befinden und wünschte mit viel Erfolg für heute.
Und es gab heute eine Premiere!! Keine Alternative, nein, wir durften auf die Original geplante Strecke. Der Start erfolgte heute in 3 Blöcken á 10 min abstand.und das war auch mehr als gut.
Denn die Strecke verlief über einen leichten Downhill die ersten Km durch die wundervolle Landschaft der Weißbachschlucht. Man kam vor lauter Staunen und Bewunderung dieser tollen Landschaft nicht mehr raus. Eisklares Wasser und eine grandiose Felskulisse, wäre da nicht noch 35 Km und das Zeitlimit im Nacken, ich glaube viel Läufer hätten hier gerne eine Pause gemacht.

Nun war es aber auch schon vorbei mit dem Spaß bzw. der Freude. Der erste von 2 Anstiegen stand an und dieser hatte es in sich. Fast 1000 Höhenmeter auf nicht mal 4 Km galt es zu bewältigen und das spricht für sich. So liefen wir 4 Serpentine für Serpentine nach oben, auch wenn es hart war aber auch dies meisterten wir. Es ist schon erstaunlich, gestern dachte ich noch an aufhören und jetzt???? Es war so ein Teamgeist bei uns 4 welcher uns alle beflügelte. Jetzt verstand ich auch so langsam was mein Bruder bzw. die anderen immer meinten wenn sie davon sprachen wie viel bei solchen Läufen / Ultraläufen eigentlich der Kopf und ein guter Team(Partner) ausmacht.
Nach einem kurzem Wurzeligen Downhill kamen wir dann an der Sellarnalm bei der ersten Versorgungsstation an. Frisch gestärkt machten wir uns weiter bergab. Es wurde immer steiler, jedoch war es jetzt ein leicht zu laufender Forstweg welcher dann im Tal zu einem Asphaltweg wurde. Dieser verlief dann bist zur 2. Versorgung in einem leichtem aber stetigem auf und ab.

Nach einem weiterem kurzem flachen Abschnitt lag auch schon der 2. richtige Anstieg vor uns.
Kurz drauf Verliesen wir den „langweiligen“ Weg und wir mussten in einen, sagen wir mal, Dschungeltrail trifft es wohl ganz passend. Die Beine wurden zwar bei uns allen immer schwerer da wir ja schon etliche Stunden auf den Beinen waren, der Teamgeist war aber immer noch ungebrochen und im wahrsten Sinne „GOLD“ wert. So zogen wir uns gegenseitig nach oben und hatten die ganze Zeit Spaß und viel Freude. Nach gefühlten Stunden des Aufstieges war es dann auch so weit, wir erreichten die Bimalm. Von hier an sollte es bis ins Ziel fast nur noch abwärts gehen, fast nur.

Denn es sollte noch ein kleine Stück herauf kommen, zwar nur mit gut 100 Höhenmetern aber die hatten es in sich. Zum einen waren sie relativ Steil und zum anderen waren wir vom Kopf schon so weit das wir nur noch an den Downhill und das Ziel dachten….
Aber auch diese Hürde meisterten wir und dann war es wirklich nur noch ein Downhill bis wir nach fast 9 Stunden Laufzeit in Lofer die Ziellinie glücklich und geschafft überquerten.
Dann hieß es ein letztes mal massieren lassen, essen, schlafen und Kräfte für die 4. und letzte Etappe zu mobilisieren…..

 

4. Etappe von Lofer nach Maria Alm 

Und da war er auch schon, der 4. und letzte Tag der Salomon 4trails. Die letzte, finale, Etappe stand an. Hätte mir jemand vor 4 Tagen gesagt, dass ich jetzt noch dabei bin ich hätte sofort unterschrieben. Geplant war ja eigentlich „nur“ die Schnupperetappe zu laufen. Aber da wir kurzfristig einen Startplatz bekommen hatten versuchte ich mich an dem  kompletten Event.
Aber nun zum 4 Tag. Das aufstehen fiel mir heute erstaunlich gut, lag wahrscheinlich auch daran dass ich mich auf die anderen Jungs und das bevorstehende Ziel freute.
Noch einmal hieß es Highway to Hell, noch einmal fiel der Startschuss aber auch noch einmal Laufen stand auf dem Plan. Und die Etappe heute war die längste und schwerste.

Nach einer kurzen Tour durch Lofer stand auch schon der Waldweg an. Da dieser relativ schmal war und wir uns hinten im Feld einsortiert hatten durften wir hier auch schon die erste kleine Pause einlegen und die tolle Landschaft bestaunen. Allerdings waren wir nicht nur zum Landschaft bewundern hier sonder zum Laufen und so waren wir froh als sich der Stau auflöste und wir en ersten Anstieg angehen durften. Zumal es auch am letzten Tag ein Zeitlimit gab waren wir froh als es wieder weiter ging.
Nach dem wir den Anstieg hinter uns gelassen hatten, ging es über ein relativ flachen Abschnitt zur Litzlaml. Hier war auch schon die erste Versorgungsstelle des Tages und unter dieser Traumhaften Kulisse machte es auch Freude sich hier kurz zu stärken!!

Gerne wären wir dort noch ein Weilchen länger geblieben, aber das Zeitlimit saß uns im Nacken und am letzten Tag ausscheiden, nein das wollten wir nicht!!!
Und da kam uns der anschließende Downhill gerade recht um wieder ein paar Meter zu machen und es ein wenig laufen zu lassen. Aber wo es runter geht, geht es bekanntlich auch wieder hoch.
So waren wir auch schon im nächsten Aufstieg.
Wir dachten schon darüber nach wie es später sein wird die Ziellinie zu Überqueren und es geschafft zu haben. Aber nur nicht zu früh freuen, es lag ja noch ein gutes Stück Arbeit bzw. Laufen vor uns….
Aber mit der letzten Etappe haben sich Phillip Reiter und der Gripmaster echt mühe gegeben. Warum?? Wir erreichten den Dießbachstausee, welcher in einer unbeschreiblichen Bergkulisse liegt und auch mal ein Tipp für einen normale Wanderung ist. nach kurzer Fotopause ging es auch weiter zur 2. Versorgung.

Direkt nach der V ging es in einen extrem Steilen anstieg, welcher echt nochmals kräfteraubend war. Und da es kaum noch Schattenplätze gab war es umso anstrengender hier hoch.
Oben angekommen ging es zwar wellig weiter jedoch war nicht fiel mit ausruhen, den das bevorstehende „Steinerne Meer“ verlangte nochmals höchste Konzentration und Trittsicherheit.
Den das lose Geröll hier war zwar toll an zu sehen. Allerdings war die Gefahr extrem groß hier sich noch zu verletzen und das wollte zu diesem Zeitpunkt keiner mehr!!
Geschafft, wir sind verletzungsfrei ohne Sturz aber mit ein paar tollen Bildern hindurch gekommen und bewältigten auch noch den letzten, finalen Anstieg.
Ab jetzt ging es nur noch bergab, nur noch ein paar km bis ins Ziel und ich habe es?!?!?
Ich war voller Euphorie, aber ein kleines Hindernis galt es noch zu bewältigen.
Eine schwere, gefährlich mit Seilen gesicherte Passage musste noch bewältigt werden.
Und dann war es so weit. Als ich den letzet downhill hinter mir hatte war ich im Ziel.

Ich bin 4trails finisher.

Ich habe mir die Medaille und das begehrte Shirt geholt!!
Und das obwohl ich vor einer Woche nur die Schnupperetappe laufen wollte und es nicht für möglich gehalten hatte dies so zu schaffen.

 

2 Responses to “Salomon 4Trails 2015

  • Daniel Tank
    7 Monaten ago

    wow ihr seid echt die Besten!
    von euch kann ich noch viel lernen.

    • Hi Daniel 🙂

      Ja die Besten vielleicht nicht, aber ich glaube wir sind eine ganz tolle Truppe 😉

      Grüße
      Ben

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