Zugspitz Ultratrail 2019 – ein Lauf mit vielen Höhen und Tiefen

Der ZUT 2019 wird glaube ich bei vielen in Erinnerung bleiben, gab es zum ersten mal keinen Ultratrail UND keinen SupertrailXL, aber erstmal von vorne 😉

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https://www.youtube.com/watch?v=9Nn-1iCSR00&t=103s

Nicht nur ich fieberte diesem Wochenende entgegen, sondern auch das ganze Team, schließlich waren wir nicht nur 15 gemeldete Läufer/innen, sondern durften wir auch dieses Jahr die V3 an der Pestkapelle sein 🙂

Die Tage zum ZUT kamen immer näher. Der obligatorische Blick auf das Wetter war nicht ganz optimal…
Gewittergefahr ab Samstag Abend zeigte Bergfex mittwochs noch an.
Jetzt haben wir so lange wegen den Schneemassen in den Bergen gezittert, bis Donnerstag vor dem Lauf endlich die Meldung kam:
Es kann ein Großteil der OriginalRoute gelaufen werden. Zwar wird sie ein wenig verändert, ABER zumindest bleiben die 100 Km und die über 5.000HM bestehen.
Da darf uns doch nicht jetzt ein Gewitter ein Strich durch die Rechnung machen …..

Und dann war endlich Freitag 🙂 Anreise zum ZUT, mein DNF vom letzten Jahr bei KM80 sollte vergessen gemacht werden, die Quali für den WesternStates MUSS her. 22h dürfte ich hierfür maximal brauchen.
Aber das eigentliche Ziel war ein Zieleinlauf am Samstag, sprich unter 16:45h. Das Training von Michael Arend hatte mich punktgenau auf diesen Termin fit gemacht, die Motivation war da. Eigentlich war alles perfekt für einen tollen Lauf 🙂
Aber leider kam es mal wieder anders 🙁

Absage des UltraTrail und des SuperTrail XL

Freitag musste die Rennleitung leider die 100er und 80er Strecken absagen..
Die Gewittergefahr hatte sich auf Richtung Mittag verschoben und sollte bis zum Sonntag anhalten.


Auf die Meldung hin in FB, gab es erstmals ein paar Kommentare, welche für mich mehr als unverständlich sind!
Meldungen wie: (Sind nicht wörtlich 1:1 aber der O-Ton passt )
– Etwas Regen macht doch nichts aus
– Memmenentscheidung von PlanB
– Daheim breche ich auch nicht im Gewitter mein Training ab
– Wenn das Gewitter kommt kann man das Rennen ja auch unterbrechen

In meinen Augen unverständlich…
Jeder, der sich ein wenig mit und in den Bergen vertraut ist, weiß diese Entscheidung von PlanB und der Crew zu respektieren.

Klar! Auch ich war nicht froh darüber! Schließlich habe ich in der letzten Zeit viel zurückgesteckt und mich nur auf das Training konzentriert, um meine Quali für den WesternStates zu schaffen. Dies war nun beim ZUT nicht mehr machbar.
Aber hierbei geht es um meine Sicherheit, um UNSERE Sicherheit und damit sind nicht “nur” die 2.500 Teilnehmer gemeint.
Die ganzen (freiwilligen) Helfer haben es wohl am wenigsten verdient sich irgendeiner Gefahr für den Spaß der Anderen auszusetzen.


Passiert bei einer Laufveranstaltung etwas ist der Aufschrei in den Sozialen Medien immer riesig und es wird auf den Veranstalter “eingeprügelt”. Reagiert er jedoch auf eine drohende Gefahr, ist es genau so falsch.

Es betrifft nun zwar die wenigsten, jedoch ist es immer wieder traurig, wie egoistisch und selbstsüchtig manche Personen sind, denen die investierte Zeit, das Geld und das durchziehen des Events wichtiger sind, als die Sicherheit der vielen Helfer/Bergretter/Medicals, welche uns dies ermöglichen. Geschweige denn der Sicherheit der anderen Teilnehmer.

Wir laufen teilweise im hochalpinen Bereich, da ist nicht alle 2 Minuten eine Hütte oder eine Straße, bei denen man zur Not “gerettet” werden kann, das sollten sich einige der Teilnehmer von Veranstaltungen in den Bergen mal vor Augen halten.

So, aber nun zum Rennen 😉

Das Rennen

Pünktlich um 8 wurden alle 3 Distanzen auf die Strecke geschickt.

Der Anstieg zum Scharnitzjoch hatte es dieses Jahr ganz schön in sich. Durch die vielen Läufer (1.500), die nun gemeinsam auf der Supertrail Distanz gestartet waren hatten wir nicht so wie sonst auf der UltraTrail-Distanz Platz auf den Trails, es war schon eher wie auf der A7 vor dem Osterwochenende.

Was es schwer machte seinen eigenen Rhythmus zu finden.
Von dem Gewitter war zu diesem Zeitpunkt zum Glück noch nichts zu sehen. Dafür zeigte die Sonne, mit ihrer gesamten Kraft, was sie drauf hatte. So schnell konnten wir gar nicht hoch in Richtung Schnee laufen, wie es immer wärmer wurde.

Bei wem bis kurz vor dem Scharnitzjoch noch nicht der Schweiß geflossen ist, war jetzt fällig. Die letzten Meter gingen fast schon senkrecht und direkt nach oben.
Angekommen war einmal Aussicht genießen angesagt, kurz ein Foto machen, etwas trinken und ab auf die Skipiste 😉

Ein ca. 1 Kilometer langer Abschnitt über eines der der vielen Schneefelder dort oben war unser Weg in Richtung Tal.
Schlitternd, auf dem Hintern rutschend, Vollgas nach unten. So viel Spaß einige hier hatten, so fordernd und problematisch war dieser Abschnitt für andere. Viel hatten hier schon Probleme einigermaßen gut hinab zu kommen.
Aber später wünschte sich glaube ich jeder wieder auf diesen Abschnitt zurück.
Warum?
Jeden Meter, den es wieder hinab ins Tal ging wurde es wärmer, heißer und drückender.

Jetzt hatte die Verkürzung doch einen Vorteil, ich kann mich nicht erinnern wann ich mich jemals so erholt und frisch auf die lange flache Passage gemacht habe 😛

So angenehm, bis auf die Hitze welche permanent zunahm, war es noch nie von V5 zu V7 an den Ferchensee zu laufen 🙂
Und besonders da unser Team, nach der ausgefallenen V3, doch noch zu seiner VP-Premiere kamen 🙂

Dann war es aber auch schon vorbei mit dem schönen und angenehmen Teil 🙁
Ich weiß nicht warum?
Lag es an der Hitze… zu wenig getrunken hatte ich doch eigentlich nicht, oder ?!?

Kein DNF!!!

Der Kreislauf schwächelte, Kopfweh und leichte Übelkeit überkam mich..
Toll dachte ich mir, der Gedanke auszusteigen drängte sich immer mehr und mehr auf.
Besonders galt es jetzt doch keiner Quali mehr….
Zum Glück kam aber die Elmauer Almhütte auf welcher ich toll versorgt wurde, neben eine Flasche eiskaltem Wasser wurde mir noch eine Portion Wiener mit Brezel angeboten 😀
Das Essen musste ich, leider, dankend ablehnen , etwas zu essen wäre zu diesem Zeitpunkt nicht so gut gewesen, aber das Wasser war ein Traum 🙂

Zwar lief es, nach der Erfrischung, immer noch nicht besser,
sobald der Puls in Richtung 120 ging machte der Körper nicht mehr mit, dafür war aber der Wille wieder da 😀

Ein wenig wellig und ein kleiner Anstieg bis zur V8,
wird schon irgendwie gehen, etwas traben locker runter und gemühtlich hoch dachte ich mir und so wurde es dann auch umgesetzt.

Und eines war jetzt ja wohl klar!
Nach dem DNF letztes Jahr an dieser Verpflegung wird es dieses Jahr hier keines geben!!!!
Also kurz verpflegen, trinken auffüllen und ab in den letzten aufstieg, ist ja schließlich nur noch einer 😉

Aber dieser “nur noch ein Anstieg” ist halt doch ein recht langer, von vielen verfluchter Anstieg da er sich zieht und zieht und zieht.
Aber irgendwie freute ich mich auch, die Alpspitzschleife endlich mal im hellen beim Wettkampf laufen zu können 🙂

Zwar hatte ich durch die, nun immer mehr und mehr, aufziehenden Wolken nicht wirklich mehr Aussicht als wie in der Nacht, aber schön war es trotzdem mal alles im hellen zu laufen 🙂

Dann war es endlich soweit 🙂
Der letzet Downhill, nur noch runter ins Tal.
Dies war der größte Balsam für die Seele, da es nun fast geschafft war!

Ich war zwar etwas traurig das es keine 100 waren, aber irgendwie auch froh, so wie es heute lief….

Kaputt, traurig aber doch froh spuckte mich der Berg dann aus 🙂

Im Ziel wurde ich schon sehnsüchtig vom restlichen Team erwartet welche, fast alle, ihren Lauf schon beendet hatten.

PS: Abends im Bett war ich dann mehr als froh, dass der Veranstalter sich so entschieden hat.
Fast schon pünktlich mit dem letzten Teilnehmer fing das Gewitter an und zu dem Zeitpunk wären sicher noch einige der Teilnehmer/innen rund um die Alpspitze gewesen.

Ergebnisse Zugspitz UltraTrail 2019

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