La Corsa della Bora

 Der S1 in Trieste, über 57km lang und mit etwas mehr als 2.400 Höhenmeter. Zu Jahresbeginn, ein tolles Event und um anstehende Herausforderungen in 2020 abzuprüfen. Zu dritt sind wir mit unseren Freunden von LaufSinn ab Ulm mit dem Bus bis direkt nach Trieste. Nika hatte sich die 21km vorgenommen, Dome und ich wollten die 57km abchecken. Gesagt getan, den Kater von Neujahr gerade hinter sich gebracht ging es auch schon in Richtung Süden. Der Lauf selbst. 57km, Start noch vor Sonnenaufgang um 7.30. Es ist kalt und unglaublich windig. Der Wetterbericht sprach von 10 Grad und Sonne – doch erst ab ca. 10.00 Uhr war es uns möglich aus dem Windbrecher zu schlüpfen. Noch vor 15 Uhr steckten wir wieder drin. Erster Tipp also, lange Kleidung sonst kühlt ihr aus. Wer sich nun an die 57km heran wagt dem sei gesagt, die ersten 21km haben es in sich.

Der Trail bleibt zu Beginn technisch Mittelschwer bis Schwer und beginnt vom Start weg direkt mit einem Downhill. Keine Chance für ambitionierte Läufer hier Meter zu machen. Generell scheint es in Italien nicht normal zu sein schnellere Läufer passieren zu lassen. Stellt euch daher auf riskante Überholmanöver und lange Ziehharmonika-Schlangen ein – wirklich ätzend. Nach den ersten 10km geht es für euch dann in gleich mehrere Downhills mit direkten Konteranstiegen. Die Schwierigkeit steigt von Mittelschwer auf Schwer, die Bergwacht sichert manche Passagen. Wer es bis jetzt nicht aus der Masse heraus geschafft hat wird bis km 21 im Läuferkorso verbringen.

Den ersten Halbmarathon in den Füßen verändert sich nach der Verpflegung auch das Streckenbild. Die Wege werden einfacher, flacher und unspektakulärer. Oft geht es durch Wälder und über Trampelpfade und Kieswege. Kurz 20 Höhenmeter runter und mit Schwung direkt wieder 20 hinauf. Unnötiges Füllmaterial wenn man an die ersten 21km zurück denkt. Der Ausblick auf das Meer der einem hin und wieder zur Verfügung steht will dafür nicht ganz entschädigen. So trottet man bis auf die Strecke der Halbmarathon-Läufer vor sich hin und nach einigen Kilometern des belanglosen auf und ab´s bekommen auch die 21iger ihr Highlight. Man läuft tatsächlich direkt am Meer, allerdings noch auf einer Klippe. Sehr schön, aber der Trail bleibt durchschnittlich. Erst auf den letzten 5 Kilometern wird es nochmal spektakulär.

Wir laufen einen knackigen Downhill hinab der echt fetzt und erreichen den Kiesstrand vor Trieste. Über Stock und Stein wird gehüpft was für spaßige und notwendige Abwechslung sorgt. Den Kiesstrand hinter uns gelassen überwiegt der Asphalt bis hin zum Ziel welches in einer Sportarena liegt. Noch ein paar letzte Höhenmeter sind es bis dahin, dann schwenken wir ein die Arena ein und watscheln über den roten Teppich über die Ziellinie. Feine Sache für den ersten Trail so früh im Jahr. Tatsächlich kann man ihn empfehlen, auch weil die Verpflegungsstationen und die vielen Helfer überdurchschnittliches Leisten. Einzig mit dem Wasser muss man zurecht kommen, dieses schmeckt teils stark nach Chlor. Dann noch ein letzter Tipp, die Busse zurück nach Trieste fahren nur alle 2 Stunden.

Das war für uns ein böses Manko, mussten wir doch gute 90 Minuten bibbernd auf eine Möglichkeit warten zurück zum Hotel zu kommen. Ansonsten … ja, den S1 kann man mal machen – ein zweites mal sieht er uns allerdings nicht. Dafür fehlen uns die Höhenmeter und die fetzigen Passagen für die wir unseren Sport so lieben.

 

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