Das Trailevent im Kleinwalsertal… Was sind die Überlegungen für einen Traillauf Ende Juli ? Fangen wir mal so an.. Es war im kalten Januar und man schaut sich um, was man denn im Sommer so laufen könnte..
Na klar, Walsertrail.. Sommer, Sonne tolle Strecken, kurze Anfahrt.. also, anmelden !
Ich hatte mich für die Walser Trail Challenge Classic angemeldet - Zwei Tage, 44km, ca. 2600 HM.
Genau wie Ines und Mario (Berlin Hillrunners) hier aus unserem Team.
Tag 1 – Widdersteintrail, Start-Ziel in Baad, 15km knapp 1000HM
Was mich persönlich immer wieder fasziniert in der Trailszene ist die Stimmung unter uns Läufern..
Samstagmorgen, kurz vor 10:00 Uhr… Regen, kalt… ca. 400 Teilnehmer stehen in der Startaufstellung,da wird gequatscht, gelacht, Bekannte getroffen. Eine ausgelassene Stimmung, alle fröhlich, dasmacht uns aus. Zur Strecke selber – Richtung Widderstein über das Gemsteltal, war alles gut laufbar,klar, wer an dem Tag trockene Füße behalten wollte, war nach dem ersten Kilometer bereits ernüchtert.
Von der Widdersteinhütte ab war es dann sehr matschig und rutschig, hier war auf jedenFall Vorsicht geboten, dass man nicht stürzt.
Nicht wenige haben diese Erfahrung machen müssen.
Ich war mit meiner Laufpartnerin Alex an dem ersten Tag unterwegs und wir sind richtig gutdurchgekommen, oben hat uns Wind und Regen schon einiges abverlangt, aber nachdem sich Alexeinmal kurz im Matsch gewälzt hat, sind wir die letzten Kilometer zügig ins Ziel gelaufen, wo uns – wie jedes Jahr eine üppige Zielversorgung die Strapazen schnell vergessen ließ.
Ein dickes Plus bei der Veranstaltung ist die Duschmöglichkeit beim nahegelegenen Campingplatz.
Gerade bei so einem Wetter, wenn man dann noch etwas durchgefroren ist, gibt einem die heiße Dusche wieder Energie zurück (ja, ich dusche gerne warm ). Tag 2 – Walsertrail, Start Baad, Ziel Hirschegg, 29km, 1600HM (kostenloser Bustransfer mit dem Walserbus)
Den zweiten Tag habe ich mit meinem Kumpel Timo, den ich erst in diesem Winter auf den Geschmack des Traillaufens gebracht habe, unter die Füße genommen. Es bot sich das gleiche Bild wie am Vortag: Regen kurz vor und beim Start.
Da es die ganze Nacht geregnet hatte, war mir schon klar, dass das komplett aufgeweichte Bärgunttal in Richtung Widdersteinhütte heute in keinem besseren Zustand sein wird… Wieder alle gut gelaunt, nette Gespräche vor dem Start, hier habe ich dann auch kurz Ines und Mario getroffen.
Regen, Nebel, niedrige Temperaturen wechselten sich den ganzen Weg über ab. Oben war es auch wieder windig und nasskalt. Was mir gut gefällt, ist dass man zwischen der Widdersteinhütte und dem Anstieg zur Fiderescharte richtig lange Abschnitte hat, an denen man es schön über alpine Trails laufen lassen kann. Wenn man sich jetzt noch die schöne Aussicht vorstellt, die man von dort oben aus hat, ist es fast perfekt. Versorgung an den VPs und im Ziel ist wieder richtig gut und üppig gewesen. Ab Kilometer 19 an der Fiderescharte, geht es dann knapp 10 km nur noch bergab. Geröllfeld, Trail, Fahrweg, Wiesen – alles dabei… und teilweise halt auch wieder mega matschig und rutschig.
Aber im Grunde echt schön. Beim Ziel in Hirschegg gibt es in der Schule auch wieder Duschmöglichkeiten, was bei dem Wetter ein echtes Plus ist.
Was mich nachhaltig beeindruckt sind die Menschen, die am Wegesrand die Läufer anfeuern. Die sind teilweise an ausgesetzten Stellen gestanden und haben bis zum letzten Läufer gejubelt und angefeuert. Hut ab. Mein Fazit nach drei Teilnahmen: Eine rundum tolle Veranstaltung und wenn sich jemand überlegt an Etappenrennen teilzunehmen, dann ist der Walsertrail eine super Alternative um da mal reinzuschnuppern und ein Gefühl für Mehrtagesrennen zu bekommen. Ach ja, es gibt am Tag zwei auch noch die Alternative zum Walsertrail, es wird nämlich auch ein Ultratrail mit 63km und 3900 HM angeboten.
Alle Läufe können einzeln gemacht werden, oder eben die Challenges an beiden Tagen. Auch zeigt sich die Bergwelt bei so einem Wetter schon sehr beeindruckend, das hatte auch was Besonderes.
Ein kleiner Wehrmutstropfen zum Schluss:
Die ganze Woche vor dem Event gab es Unwetterwarnungen für den Alpenrand und speziell auch im Kleinwalsertal. Da hätte man sich evtl. vom Veranstalter schon ein Update gewünscht, wie damit umgegangen wird, wann wie informiert wird, das war komplett Fehlanzeige, selbst unmittelbar am Samstag vor dem Start.
Am Sonntag früh kam dann die spärliche Aussage direkt vor dem Start, dass derzeit keine Gewitterzellen im Gebiet zu sehen sind.