Transalpine Run 2019 by Steven

Wie beschreibe ich am Besten eine der intensivsten Wochen, die ich je erlebt habe? Wie beschreibe ich diesen TAR, diese Alpenüberquerung von Oberstdorf im Allgäu, über Österreich, in die Schweiz, bis nach Sulden am Ortler in Italien inkl. 275km und 16.000hm?

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Am besten fange ich dafür am Ende an, beim Zieleinlauf in Sulden.

Die pure Freude, der unbändige Stolz, die Erleichterung, das Adrenalin, die Wehmut. All diese Gefühle gebündelt auf wenige Minuten. Unbeschreiblich!

Ich umarme Daniel, meinen Laufpartner und guten Freund, sehe in seinen Augen die gleichen Gefühle und dann wartet schon das beste Team der Welt #werun4fun auf uns – wir beglückwünschen uns alle gegenseitig, wir bekommen von Joshua Schnaps gereicht, runter damit. Haben wir uns verdient! Mit der Finishermedaille um den Hals umarme ich Birgit und bedanke mich für die großartige Betreuung die ganze Woche lang. Da merke ich schon, wie mir langsam die Tränen kommen. Als ich dann Zuhause bei meiner Frau Angela anrufe ist es ganz vorbei. Außer einem „Wie sind im Ziel, ich habe es geschafft.“ bekomme ich nichts mehr raus und all die oben beschriebenen Gefühle übermannen mich. Was für eine intensive Woche!

Angefangen hat das Abenteuer aber schon lange vor dem Zieleinlauf. Bei mir hat ein Blogbeitrag über den TAR die Leidenschaft für Trailrunning ausgelöst und so war der TAR die letzten Jahre immer in meinem Hinterkopf. Auf einer Laufreise im Pitztal haben Daniel und ich uns kennen gelernt. Es passt menschlich und läuferisch und so fragte mich Daniel ob ich nicht Lust auf das Abenteuer TAR hätte.

Letztes Jahr wurde es dann ernst und wir meldeten uns bei Ben für die Teilnahme 2019 an. Im Januar begann unsere Vorbereitung mit vielen Kilometern, Höhenmetern, einigen Stürzen und ganz vielen Höhenpunkten. Das Wochenende als wir Daniels Hometrails unsicher gemacht haben, werde ich nie vergessen.

Bei all dem Spaß, den wir auf den Trails hatten, lief immer auch ein Stück weit das schlechte Gewissen mit, da wir entsprechend weniger Zeit für unsere Familien hatten. Auch nicht so schöne Momente gab es in der Vorbereitung. Daniel hatte sechs Wochen vor Start mit starken Rückenproblemen zu kämpfen und bei mir gab es zwei Wochen vorher einen privaten Schicksalsschlag. Und so hätten wir beinahe zweimal unseren TAR-Start kurz vorher abgesagt.

Zum Glück ist dies nicht passiert und so standen wir mit Vorfreude und einem flauen Magen am Start in Oberstdorf. Auf den ersten beiden Etappen mussten wir ganz schön kämpfen. Aber wir haben uns gesagt, dass wir von Etappe zu Etappe denken wollen und so sind wir dann auch immer besser ins Rennen reingekommen. Unser Highlight war die Königsetappe: Top-Wetter, traumhafte Landschaft, klasse Trails, Weißbier mit Panoramablick – alkoholfrei natürlich und bei uns lief es immer besser. Und so vergingen die Etappen wie im Flug.

Besonders schön waren immer die Momente, an denen wir die anderen werun4fun-Teams auf der Strecke getroffen haben. Es wurde geredet, gelacht und auch mal aufgemuntert. Die letzten beiden Etappen liefen wir dann (fast) komplett zusammen mit Urte und Dominik. Unvergessen Urtes, nicht ganz jugendfreier Satz, nach der allerletzten VP als wir rechts von uns das Ziel in Sulden schon sehen konnten, aber nochmals einen 400hm Anstieg hochmussten. Haben wir gelacht. 😀 Auch neben der Strecke wuchs das #werun4fun-Team immer weiter zusammen. Was ein super Team! Ich freue mich euch alle bald wiederzusehen.

Nach der Finisher-Party kam der große TAR-Kater, nur zum Teil vom Alkohol . Den größeren Anteil hatten die vielen Eindrücke und Gefühle von dieser Woche. Ich habe einige Tage gebraucht, um diese zu sortieren. Auch diesen Bericht zu schreiben hilft mir dabei und ich hoffe, er ist nicht zu wild geworden.

Vielen Dank Thomas, Birgit, Ben und dem ganzen #werun4fun-Team für eure Unterstützung! Vielen Dank Sina, Angela und Frederik, dass ihr uns diesen Traum ermöglicht habt und immer an uns geglaubt habt!

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